Drei ehrenamtliche Psycholog:innen einer Moskauer Krisenhotline leisten seit Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine, freiwilligen Telefondienst. Die Auswirkungen der russischen Propaganda auf die eigene Bevölkerung werden während ihrer Arbeit besonders spürbar. Zwischen beruflicher Verantwortung und den weitreichenden Einschränkungen der Meinungsfreiheit müssen die Psycholog:innen einen Weg finden. In dem aufreibenden Balanceakt zwischen den Bedürfnissen der Hilfesuchenden und ihrer eigenen psychischen Gesundheit, wird das Risiko sichtbar – selbst zu Kompliz:innen des totalitären Systems zu werden.
Was bedeutet „Neutralität”? Wo sollten die Grenzen gezogen werden? Und wie setzen die Psycholog:innen diese Grenzen, während sie sich bemühen, ihre berufliche Integrität, persönliche Sicherheit und Psyche zu schützen?
INNERE EMIGRANTEN beobachtet das unausweichliche, schleichende Abdriften in die Komplizenschaft. Der Dokumentarfilm von Lena Karbe entstand über drei Jahre unter strengster Geheimhaltung. Es ist ein kollektives Psychogramm der russischen Gesellschaft und eine Mahnung an die zerstörerische Kraft eines autoritären Regimes für die Zivilgesellschaft.
Genauere Infos zu den Spielterminen finden Sie auf der Webseite Ihres Kinos
Bali Kino
25.06.2026 – 01.07.2026
Filmkunst 66
21.05.2026 – 27.05.2026
Sonntag, 24. Mai
Montag, 25. Mai
Kino Krokodil
21.05.2026 – 27.05.2026
Metropol
21.05.2026 – 27.05.2026
Samstag, 23. Mai
Mal Seh’n Kino
21.05.2026 – 27.05.2026
So. 24.5. Matinee
3001 Kino
21.05.2026 – 27.05.2026
Sonntag, 24. Mai, 18 Uhr
Kino am Raschplatz
21.05.2026 – 27.05.2026
Montag, 25. Mai
Mittwoch, 27. Mai
Gloria
21.05.2026 – 27.05.2026
Mittwoch, 27. Mai, 16:45
Odeon
21.05.2026 – 27.05.2026
Sonntag, 24. Mai, 12:45 Uhr
Passage Kinos
21.05.2026 – 27.05.2026
Sonntag, 24. Mai, 11:30 Uhr
Kino im Schafstall
23.07.2026 – 29.07.2026
Freitag, 24. Juli
Montag, 27. Juli
Donnerstag, 7.5. 18 Uhr | München, Rio (im Rahmen des DOK.Fest München)
Freitag, 8.5. 21 Uhr | Schwerin, Filmpalast (im Rahmen des Filmkunstfest MV)
Samstag, 9.5. 22 Uhr | Schwerin, Filmpalast (im Rahmen des Filmkunstfest MV)
Montag, 11.5. 18:00 Uhr | Nürnberg, Cinecitta‘ (in Kooperation mit der Allianz für ein einheitlich demokratisches Russland e.V.)
Dienstag, 12.5. 20 Uhr | München, HFF (im Rahmen des DOK.Fest München)
Donnerstag, 14.5. 12:30 Uhr | Köln, Odeon (in Kooperation mit Freies Russland NRW)
Freitag, 15.5. 19:30 Uhr | Düsseldorf, Metropol (in Kooperation mit Freies Russland NRW)
Samstag, 16.5 16:00 Uhr | Leipzig, Passage Kinos
Sonntag, 17.5. 17:15 Uhr | Berlin, Moviemento
Sonntag, 17.5. 19:00 Uhr | Berlin, Krokodil
Montag, 18.5. 19 Uhr | Stuttgart, EM Kino
Sondervorstellungen ohne Lena Karbe:
Samstag, 09.05. 20:30 Uhr | München, Pasinger Fabrik (im Rahmen des DOK.Fest München)
Freitag, 15.05. 20:30 | Uhr München, HFF (im Rahmen des DOK.Fest München)
Kein passender Termin dabei? Sprechen Sie das Kino in Ihrer Nähe darauf an!
„Innere Emigranten“ gestattet hoch interessante Einsichten in die Überlebensstrategien einer Gesellschaft, deren Anpassungsdruck massiv ist. Wann macht man sich gemein? Wieviel Unabhängigkeit kann man leben? Wie die Protagonisten des Films um Antworten für sich selbst ringen und zweifeln, das nachverfolgen zu können, gelingt diesem Film hervorragend.
"Innere Emigranten” ist ein stiller, eindringlicher Dokumentarfilm, der moralische Ambivalenzen im autoritären Kontext sichtbar macht. Ohne klare Antworten zeigt er die psychische Belastung und innere Zerrissenheit seiner Protagonist:innen – und stellt die Frage, ob Neutralität unter solchen Bedingungen überhaupt möglich ist.
Der beklemmende, im Verborgenen gedrehte Dokumentarfilm macht den moralischen Zwiespalt der Seelsorger(innen) in einer autoritären, von Ohnmacht und Angst geprägten Gesellschaft spürbar – Sehenswert!
Die »innere Emigration«, so der treffende Titel, skizziert eine Art seelischen Bunker. In ihn ziehen sich gefühlt alle Russen zurück, die nicht an den Mechanismen der Machtausübung partizipieren. Aus diesem Schutzraum überträgt der Film eine Botschaft in die Außenwelt. Formuliert wird sie von einer der zu Wort kommenden Therapeutinnen. Es ist der berühmte Schlusssatz aus dem Romanklassiker »Der Graf von Monte Christo«: »Alle menschliche Weisheit ist in diesen beiden Worten enthalten: Warte und hoffe.«
Spannende Einblicke in die russische Gesellschaft, die russische Psyche liefert „Innere Emigranten“ und zeigt ein Land, das immer mehr einem Abgrund entgegengeht.
So reflektiert der Film auch stets über Vereinbarkeit zwischen Beruflichem und Persönlichem, sowohl bei den Berater:innen als auch bei Nebenfiguren oder Passanten. Denn dass viele das Kriegsgeschehen, das noch nicht vor ihrer Haustür gelandet ist, ausblenden, zeigen dann wieder Szenen in der wärmeren Jahreszeit, in denen Moskauer ausgelassen Party feiern. Wie der Filmtitel vermuten lässt, erzählt „Innere Emigranten“ von Abschottung und Funktionieren, einer Überlebenstechnik, die Menschen in autoritären Staaten anwenden. Dass es dabei eine Kontinuität zwischen der Sowjetunion und der Putin-Diktatur gibt, zeigt auch eine Metro-Station, die 1979 eröffnet wurde und bis heute „Marksitskaja“, die Marxistische, heißt. Damals war Widerstand so schwer wie heute, worüber ein anonymer Dissident im Film reflektiert. Er war auf einer Demo zum Gedenken an den Oppositionellen Alexej Nawalny und findet, dass in Russland eher das Kollektiv gelte, nicht das Individuum. Wie brisant Karbes Film auch in seiner Entstehung war, merkt man bis in den Abspann. Bei den Personenangaben zu den Bereichen Kamera, Tonmeister, Recherche-Beauftragte und Fahrer:innen steht statt eines Namens bezeichnend: anonym.Weitere Pressestimmen
| FSK | 12 |
| Laufzeit | 93 Min. |
| Produktionsjahr | 2026 |
| Produktionsland | Deutschland / Frankreich |
| Originalsprache | Russisch |
| Sprachfassungen | OmdU und Voiceover |
| Regie | Lena Karbe |
| Autor:innen | Lena Karbe, Gregor Koppenburg |
| Schnitt | Charlotte Tourrès |
| Musik | Maxence Dussère |
| Ton | Josefina Rodriguez |
| Produzent:innen | Lena Karbe, Anne-Catherine Witt, Kathleen McInnis |
| Ko-Produktion | See-Through Films, RBB, MDR |
| Produktion | Karbe Film GmbH, Macalube Films |
Voraussetzung ist der Erwerb einer Vorführlizenz. Diese benötigen Sie sowohl für Veranstaltungen im privaten als auch im öffentlichen Bereich. Dazu gehören beispielsweise Aufführungen unter Vereinsmitgliedern, in Seminaren oder im Unterricht, in Unternehmen, unter Freund:innen usw. Wir beraten Sie gerne und stellen wenn möglich Kontakt zu den Filmemacher:innen her!